Geschichte Frankreichs

Höhlenmalereien und die Megalithkultur in der Bretagne beweisen, dass Frankreich schon in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt war. Keltische Gallier bewohnten seit dem 7. Jahrhundert vor Christus das Gebiet des heutigen Frankreichs. Im Gallischen Krieg von 58 bis 50 vor Christus eroberten die Römer unter Julius Cäsar das Gebiet; der romanische Einfluss aus dieser Zeit ist bis heute erkennbar. Gallien wurde ein Bestandteil des Römischen Reiches und blieb dies bis zum Ende des Weströmischen Reichs.

Mittelalter und Neuzeit

Im frühen Mittelalter wurde das Gebiet Frankreichs durch Alemannen, Franken und Burgunder besiedelt. Letztlich setzten sich die Franken durch und gründeten unter Chlodwig das Frankenreich. Es folgten verschiedene Dynastien: die Karolinger und Karpetinger, Valois und schließlich die Bourbonen.

Unter dem Sonnenkönig Ludwig  XIV. erlangte Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert eine Vormachtstellung in Europa. Die europäischen Monarchien machten sich die Sitten am Hof von Versailles zum Vorbild. Französische Kultur und Sprache wurden zum Leitbild auf dem gesamten Kontinent.

Porträt Napoleons in seinem Arbeitszimmer

Porträt Napoleons in seinem Arbeitszimmer

Französische Revolution und Napoleon

Ein besonders einschneidendes Ereignis nicht nur für Frankreich, sondern für ganz Europa war die Französische Revolution, die im Jahr 1789 mit dem Sturm auf die Bastille am 14. Juli 1789 ausbrach.

Im Verlauf der Revolution wurde die erste konstitutionelle Verfassung verabschiedet, die aber nur kurz Bestand hatte.

Im Jahr 1792 wurde mit der Ausrufung der Französischen Republik König Ludwig  XVI. abgesetzt und kurze Zeit später guillotiniert. Es folgte eine Schreckensherrschaft der Jakobiner (Robespierre, Danton, Marat), die Einsetzung eines bürgerlichen Direktoriums und ein Krieg gegen die Monarchien Europas geführt.

Napoleon Bonaparte, der 1799 die Macht an sich riss und die Revolution für beendet erklärte, führte die Kämpfe bis zum Ende seiner Macht fort.

Er ließ sich 1804 zum Kaiser der Franzosen krönen. Napoleon brachte durch seine zahlreichen Eroberungskriege viele Ideen der Französischen Revolution nach Europa. Nach der Niederlage von Waterloo 1815 wurde Napoleon abgesetzt.

Frankreich im 19. Jahrhundert

Es folgte die Restauration unter den Bourbonen, die das Königtum in Frankreich wiederherstellten. Die reaktionäre Politik unter Karl X. konnte sich jedoch nur bis 1830 halten. Die Julirevolution von 1830 brachte den „Bürgerkönig“ Louis Philippe hervor, der aus der Linie der Orléans stammte.

1848 brach die Februarrevolution aus, die zur Gründung der kurzlebigen Zweiten Republik führte und 1852 unter Napoleon dem Dritten ihr Ende fand. Er gründete das Zweite Kaiserreich, das nach der Niederlage im Deutsch-Franzöischen Krieg von 1870/71 gestürzt wurde und der Dritten Republik wich.

20. Jahrhundert bis heute

Der Erste Weltkrieg fand zum großen Teil auf französischem Boden statt. Die entschlossene, aber auch hochgradig autoritäre Politik des Ministerpräsidenten Clemenceau verhinderte 1917 eine Niederlage. Clemenceau beharrte nach dem Sieg auf harten Maßnahmen gegen Deutschland, um dessen erneute Vormachtstellung in Europa nachhaltig zu verhindern, letztlich jedoch ohne Erfolg. Europa wurde vom Zweiten Weltkriegerschüttert.

Charles de Gaulle

Charles de Gaulle 1963 (Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F015892-0010 / Wegmann, Ludwig / CC-BY-SA)

Der schnelle Sieg (Blitzkrieg) der von Hitler befehligten deutschen Armee im Jahr 1940 führte innerhalb weniger Wochen zu einer vollständigen Niederlage; nur im Süden Frankreichs konnte sich unter Pétain und Laval ein autoritärer französischer Staat halten, der jedoch in Abhängigkeit von Deutschland stand.

Charles de Gaulle organisierte im englischen Exil den französischen Widerstand gegen die deutschen Besatzer, und er blieb auch in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg die bestimmende politische Persönlichkeit in Frankreich.

Nach der Vertreibung der deutschen Truppen aus Frankreich wurde die Vierte Republik gegründet, die durch die Fünfte Republik, deren Verfassung bis heute noch gilt, 1958 abgelöst wurde.

Sie stellte an die Spitze des Staates einen Präsidenten, der umfangreiche Vollmachten hat. Berühmte Präsidenten der Fünften Republik waren Charles de Gaulle, Georges Pompidou und Francois Mitterand.


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