Französisch mit Satzbausteinen erlernen – Die Schliemann-Methode

Die Schliemann-Methode geht auf den Sprachenkünstler Heinrich Schliemann zurück. Sie beschreibt eine neuartige Form, eine Fremdsprache innerhalb kürzester Zeit zu erlernen, indem Satzbausteine gebildet werden.

Funktionsweise der Schliemann-Methode

Zahlreiche Menschen lernen Vokabeln isoliert auswendig, dementsprechend gering ist jedoch der Lernerfolg. Eine deutliche Steigerung ergibt sich, wenn die Vokabeln in einem sachlogischen Zusammenhang bzw. in ganzen Sätzen gelernt werden. Es werden mehrere Vokabeln zugleich gelernt und in einer bestimmten Satzstruktur verwendet. Auf der anderen Seite kann sich der Lernende einen ganzen Satz oder auch Nebensatz aneignen, den er beim Sprechen in identischer Weise verwenden kann. Die grammatikalische Struktur der Sprache und die oft abweichende Wortstellung in der Fremdsprache lassen sich so ebenfalls besser einprägen. Satzbausteine prägen sich im Gehirn deutlich leichter ein als einzelne Worte. Behilflich ist hierbei eine kategorische Einordnung des Wortes, wie zum Beispiel „Im Haus“. Nicht zuletzt ist es laut Schliemann immens wichtig, den Text, bzw. die zu erlernenden Sätze laut vorzutragen, damit nicht rein visuell, sondern auch auditiv gelernt wird. Schließlich wird nach gewisser Lernzeit ein Text aus den Sätzen gebildet, der wiederum besser im Gehirn verankert wird.

Strand auf La Reunion

Französisch lernen in karibischem Ambiente ist auf La Réunion möglich. (Bild: R-P Grondin/Wikipedia unter CC BY-SA 3.0)

Anwendung auf die französische Sprache

Um die Schliemann-Methode anschaulich und verständlich erklären zu können, wird die geniale Methode mit Hilfe der französischen Sprache dargestellt. Zu Beginn ist es wichtig, Begrüßungsformeln zu erlernen. Falsch wäre, Wörter wie „Monsieur“, „Madame“, „Bonjour“, „à bientôt“, „et“ etc. ohne Zusammenhang auswendig zu lernen. Schliemann schlägt vor, einen sprachlichen Zusammenhang zwischen diesen Wörtern herzustellen. So wird der Satz „Bonjour Madame et à bientôt Monsieur“ gelernt. Auf diese Weise merkt sich der Lernende zugleich den Satzbau und versteht, an welcher Stelle im Satz Subjekt, Prädikat und Objekt stehen. Der Beispielsatz wird in die Kategorie „Begrüßung/Smalltalk“ eingeordnet. Darüber hinaus kommen Sätze wie „ça va?“, „Je m’appelle Luc“, „C’est qui?“„Comment tu t’appelles?“, „Bien, et toi?“ oder ähnliche Sätze hinzu. Der Lernende bildet nun einen kurzen Text wie folgt:

  • „Bonjour Madame!“
  • „Bonjour Monsieur!“
  • „C’est qui avec vous?“
  • „C’est mon fils.“
  • „Comment tu t’appelles?“
  • „Je m’appelle Luc et toi?“
  • „Je m’appelle Christian.“
  • „ça va Luc?“
  • „Oui, merci ça va bien.“

Somit ergibt sich ein sprachlicher Zusammenhang mit allen Wörtern dieser Kategorie. Die Vokabeln prägen sich deutlich leichter ein und die Sprachkompetenz steigt. Das Ziel des Sprachenlernens nach Schliemann ist erreicht. Auf dieselbe Art verfährt der Lernende immer wieder, so lange, bis er die Aussprache, den Inhalt und die Zusammenhänge verstanden hat. Einen ähnlichen Weg geht die Naturmethode.

Vorteile und Nachteile der Methode

Der größte Vorteil liegt im Bau von sprachrelevanten Verknüpfungen im Gehirn, sodass der Spaß beim Sprachenlernen nicht zu kurz kommt. Die Vokabeln lassen sich mit Schliemanns Methode sehr praxisnah lernen. Von Nachteil sind der große zeitliche Aufwand und das recht anstrengende Lernen auf diese Weise.


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