Osterbräuche in Frankreich

Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu, wird in allen christlichen Ländern begangen. Erstaunlich ist aber, wie sich die Bräuche teils erheblich unterscheiden – und das nicht nur im Namen: Frohe Ostern heißt auf Französisch Joyeuses Pâques. In Frankreich fallen beispielsweise Süßigkeiten vom Himmel, die Kinder suchen am Ostermontag und nicht -sonntag die Eier und es gibt keinen Osterhasen.

Die Reise der Glocken

Osterbräuche aus Frankreich

Bemalte Eier gehören auch in Frankreich zum Osterfest dazu. (Bild: Ina Schoenrock – Fotolia)

Anders als in Deutschland, wo zu Ostern überall ausgiebiges Glockengeläut zu hören ist, bleibt es in Frankreich seltsam ruhig. Die Kirchenglocken, so erzählt man den Kindern, reisen am Gründonnerstag nach dem Gloria-Geläut nach Rom, um vom Papst eine neue Segnung und Süßigkeiten zu empfangen. Am Ostersonntag erst kehren die Glocken zurück und erklingen wieder.

Die Kinder erwarten ihre Rückkehr ganz besonders, da sie die päpstlichen Süßigkeiten, Zuckereier und Schokolade in Meeresfrüchten- und Muschelformen, unterwegs überall verlieren. Die Suche nach dem verlorenen Naschwerk ist für die französischen Kinder ein ähnlicher Spaß wie in Deutschland, der allerdings erst am Ostermontag stattfindet. Dieser Tag ist speziell den Kindern gewidmet.

An Karfreitag zum Shopping

Das Osterfest beginnt in Frankreich erst am Ostersonntag so richtig. Der Karfreitag ist zwar ebenso ein christlicher Feiertag, allerdings kein gesetzlicher. Demnach haben Geschäfte an diesem Tag regulär geöffnet. Der Ostermontag ist hingegen genauso Feiertag wie in anderen Ländern auch.

Das Osterlamm auf dem Teller

Frankreich ist als Land der Feinschmecker und Gourmets bekannt. Deshalb wird auf den traditionellen Osterbraten besonderen Wert gelegt. Die französische Lammkeule, Gigot d’agneau genannt, wird mit frischem Gemüse genossen. Ein passender hiesiger Wein darf selbstverständlich nicht fehlen. Das gebackene Osterlamm, wie es in Deutschland zu Ostern üblich ist, sucht man in Frankreich jedoch vergebens.

Ohne Hase, dafür mit Küken

Der Osterhase ist übrigens in Frankreich nicht sonderlich populär. Seit einigen Jahren wird er zwar auch dort beliebter, aber die gleiche Bedeutung wie in Deutschland hat er noch lange nicht. Schließlich sind in Frankreich ja auch die Glocken für die versteckten Süßigkeiten verantwortlich, wodurch der Osterhase seine Aufgabe verliert. Stattdessen sind Glocken mit Flügeln sowie Hühner oder Küken geläufiger Osterschmuck.


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